31. Bad Camberger Festspiele 2022
Der Wachsblumenstrauß
Autor: Agatha Christie
Bearbeitung: Christine Neumann
Genre: Ein englischer Krimiklassiker (Ur-Aufführung)
Regie: Stephan Krause
Inhalt
Der Verein Bad Camberger Festspiele brachte nach der Idee von Agatha Christies „Der Wachsblumenstrauß“ diese Miss Marple-Geschichte weltweit erstmals als Theaterstück auf die Bühne im historischen Amthof.
Zwei Jahre musste es wegen der Corona-Pandemie still im Amthof bleiben, dabei war der Verein doch schon in den Startlöchern für eine Welt-Uraufführung, welche die Bad Camberger begeistern soll: Die Theater-Fassung von „Der Wachsblumenstrauß“, eine Miss Marple Geschichte nach Agatha Christie.
Christine Neumann, Vereins- und Vorstandsmitglied hat den Film-Klassiker bühnenreif umgeschrieben; Stephan Krause, Vorstandsvorsitzender des Vereins, hat die Regie übernommen und zwölf motivierte Darsteller gefunden, die fleißig probten, damit die Zuschauerinnen und Zuschauer im Amthof endlich wieder einen rundum glücklichen Theaterabend erleben durften. Dass der Verein nun die Handlung des Wachsblumenstrauß erstmals überhaupt auf die Theaterbühne bringen kann, war fast schon eine bühnenreife Krimi-Geschichte an sich; denn um die Rechte zu ergattern, den bekannten Film-Klassiker von 1963 mit Margaret Rutherford, bzw. die Basis des Romans von Agatha Christie als Grundlage für ein Theaterstück zu erhalten, schrieb und telefonierte sich der Vorstand buchstäblich um die halbe Welt; schlussendlich mit Erfolg.
Miss Marple findet zusammen mit ihrem guten Freund Mr. Stringer den sterbenden Mr. Enderby, und vermutet aufgrund der Umstände sofort einen Mord. Der herbeigerufene Polizeiarzt stellt jedoch einen natürlichen Tod fest, so dass Inspector Craddock Miss Marples Argumenten keinen Glauben schenkt. Daher sieht sich die rüstige Dame gezwungen selbst die Ermittlungen aufzunehmen.
Unterstützt durch Mr. Stringer belauscht sie im Rahmen ihrer Ermittlungen die Testamentseröffnung. Sie hört, dass das riesige Vermögen des Verstorbenen gleichmäßig auf seine Erben aufgeteilt werden soll. Die Bemerkung der Schwester des Verstorbenen, dass ihr Bruder wohl ermordet worden sei, veranlasst Miss Marple ihr einen Besuch abzustatten. Doch sie kann der findigen Detektivin leider keine Informationen mehr mitgeben, denn auch sie ist inzwischen tot. Ermordet durch den Stich mit einer Hutnadel. Und wieder ist es Miss Marple die die Tote auffindet.
Nun sieht sich auch Inspector Craddock gezwungen, die Ermittlungen aufzunehmen. Sein Ärgernis, dass Miss Marple sich in seine Recherchen einmischt führt ebenso zu Wirrungen, wie auch das Verhalten der gesamten Erbengemeinschaft, die sich für ein paar Tage im Galopp Hotel eingemietet hat. Bei einem weiteren Mord läuft Miss Marple zur Höchstform auf. Es entspinnt sich ein spannendes Feuerwerk auf der Bühne und plötzlich ist auch die Detektivin Ziel des Mörders.
30. Bad Camberger Festspiele 2019
Der Wasserkrieg
Autor: Dieter Knapp
Genre: Historische Heimatkomödie (Ur-Aufführung)
Regie: Timo Pfanzer
Inhalt
Bei einem unterhaltsamen Theaterabend in wunderbarer Kulisse konnte man nebenbei so einiges über die regionale Geschichte erfahren. Im Jahr 1784 brach in Oberselters eine Mineralquelle auf, was zum Rückgang der Wassermenge an den Quellen im benachbarten aber kurtrierischen Niederselters führte. In den folgenden Jahren kam es zunächst zu schriftlichen Auseinandersetzungen zwischen den beiden Fürstentümern. 1794 ließ Kurtrier eine 800 Mann starke Militäreinheit mit zwei Kanonen vor Oberselters aufmarschieren und erzwang so das Zuschütten der Oberselterser Quelle. Nachdem beide Orte 1803 in das Herzogtum Nassau eingegliedert wurden, öffneten die Oberselterser ihre Quelle wieder, was erneut Auseinandersetzungen zwischen beiden Orten auslöste. Im folgenden Jahr musste Oberselters die Quelle wieder schließen. Seit 1870 wird dort fortgesetzt Mineralwasser gewonnen und vermarktet. Die Festspielstück „Der Wasserkrieg“ ist im Zeitraum von 1786 bis 1794 angesiedelt. Sie spiegelt die wirtschaftliche Besonderheit des Selterswassers im Golden Grund wider. Der Begriff „Selterswasser“ oder einfach „Selters“ ist als Gattungsbegriff für Mineralwasser in aller Munde. Im Volksmund wurden die Brunnen ob des starken Salzgeschmacks landläufig „Sauerborn“ genannt. Der Name Selters leitet sich wohl von salzig oder salzhaltig ab und wird im Westerwald (Selters bei Hachenburg), an der Lahn (Selters bei Weilburg) und eben hier im Golden Grund (Nieder- und Oberselters) vorgefunden. Wer ursprünglich das erste Selterswasser geschöpft und vermarktet hat, bleibt wohl ein Geheimnis der Geschichte – auf jeden Fall eine sehr erfolgreiche Geschichte. Heute ist „Selters“ ist ein Markenbegriff für Mineralwasser ähnlich wie Tempo für Papiertaschentücher – und das nicht nur in unserer Region, sondern in ganz Deutschland, und sogar in Übersee.
Doch zurück zum Heimatspiel um das Selterswasser: Das Publikum konnte den Menschen in ihre Herzen blicken und Anteil an ihren Nöten und an ihrem Glück nehmen; es konnte die Obrigkeit beobachten, um zu erfahren, wie Macht und Geld selbst in unserer eher beschaulichen Ecke der Erde zu Intrigen und Kriegen führen können. In einem bunten Reigen von Bildern schaute man den Leuten „aufs Maul“. Die Sprache ist manchmal derb und mit Begriffen aus der Zeit versehen. Es wurde eben nicht lange um den heißen Brei geredet – man kam schnell zur Sache. Die Personen sind frei erfunden; ihre Namen den Einwohnerlisten der Jahre um 1780 entnommen; ebenso die kleinen Vergehen, welche säuberlich in den Protokollen des Sendgerichts aufgezeichnet wurden. Das Kernstück des Heimatspieles, der Aufmarsch der Truppen der nassau-oranischen und kurtrierischen Landesherren ist jedoch historisch belegt, ebenso die Schleifung des Oberselterser Brunnens im Jahre 1795 durch den Erzbischof zu Trier. Nun ja, ein Krieg, wie es der Titel verspricht, war es dann zum Glück doch nicht. Oder wenn wir schon der Begriff Krieg gebrauchen wollen, dann ein ganz besonderer Krieg, wie man ihn immer abhalten sollte - es fiel nämlich kein einziger Schuss. Ja, das waren noch Zeiten, als unser guter Landesfürst noch das Sagen hatte. Oder erscheint es uns nur so? Jeder Zeitraum hat seinen eigenen Charakter und manchmal erscheint das Vergangene nur erstrebenswert, weil alles bekannt ist und uns die Zukunft Neues, Unbekanntes und Herausforderndes bereithält ...
29. Bad Camberger Festspiele 2018
Zum Teufel mit den Geistern
Autor: Horst Helfrich
Genre: Eine englische Kriminalkomödie
Regie: Timo Pfanzer
Inhalt
Im Amthof spukte es im Hitze-Sommer 2018: Die 29. Bad Camberger Festspiele brachten die mysteriös-absurde Kriminalkomödie „Zum Teufel mit den Geistern“ in vier Akten auf die Freilichtbühne in der Altstadt. Ein turbulentes Stück, das wunderbar in die historische Kulisse des Amthof-Innenhofs passte.
Das Stück spielt in England, in der Grafschaft Manchester: Lady Emily Lutrell, Herrin auf Schloss Huntingcourt, lädt anlässlich ihres Geburtstages ihre schräge Verwandtschaft zu einem dreitägigen Besuch ein. All diese Gäste wissen, dass nach dem Tod von Mylady das gesamte Vermögen an den einen oder anderen vererbt wird. Da man jedoch weiß, dass die Dame bei bester Gesundheit ist, ist man davon überzeugt, dass die Lebenserwartung der Tante noch viel zu hoch ist für einen zeitnahen Erbfall. Daher hat die Sippschaft beschlossen, gemeinschaftlich ein wenig nachzuhelfen, indem sie plant, „ihr die ewige Ruhe zu schenken“. Mehrere Mordanschläge schlagen jedoch fehl, immer wieder wird statt der alten Dame der knorrig-steife Butler Stanley lädiert. Eines Tages scheint der Plan aufgegangen zu sein, die Hausdame teilt das Ableben der Lady mit und die Suche nach dem vermeintlichen Mörder beginnt. Und dann gibt es da ja auch noch die Hausgeister auf Schloss Huntingcourt, die ihre ganz eigenen Ansichten zu Lady Emilys Himmelfahrt haben.
„Zum Teufel mit den Geistern“ ist eine furiose Komödie, die Regisseur Timo Pfanzer mit dem Festspielensemble voll witziger Wendungen, schwarzem Humor und gespickt mit durchgehend skurrilen Figuren inszenierte, so dass kein Auge vor Lachen trocken geblieben ist.
28. Bad Camberger Festspiele 2017
Dracula
Autor: Claus Martin
Bearbeitung: Stephan Krause
Genre: Grusel-Komödie
Regie: Stephan Krause
Inhalt
Die 28. Bad Camberger boten im Jahr 2017 ein ganz besonderes Schmankerl auf der Freilichtbühne im Amthof: „Dracula“ suchte unser Kurstädtchen heim. Unter der Regie von Stephan Krause versuchte der Vampir aller Vampire, sein Unwesen zu treiben und knackigem Weibsvolk die Blutbahn anzuzapfen. Aber man konnte unbesorgt sein: ein leichter Grusel lief den Zuschauerinnen und Zuschauern schon kalt den Rücken herunter, aber umso mehr durfte das Publikum von Herzen lachen. Denn unser Dracula war ein ganz besonderer, ein ganz ein spezieller, ein ganz anderer.
Die Grusel-Komödie (kurz: Grumödie) von Claus Martin hatte es nämlich in sich und der Fürst der Blutsauger wurde ordentlich durch den Kakao gezogen, wobei die Story selbst sich locker an Bram Stokers Original-Dracula anlehnte:
In Dr. Sewarts Irrenanstalt hat man alle Hände voll zu tun. Gerade wurde ein neuer Fall eingeliefert: Der schüchterne Mister Renfield faselt seit gestern wirres Zeug und frisst Fliegen – obwohl er eigentlich Vegetarier ist! Außerdem ist die verklemmte Krankenschwester Lucy offenbar über Nacht zur lüsternen Nymphomanin geworden – dabei ist sie Mitglied im Sittlichkeitsverein!
Alle Spuren führen ins verfallene Schloß von Graf Dracula, einem fremden Adligen, der seit einiger Zeit in Huntington lebt. Niemand ahnt, dass es sich dabei um einen Vampir handelt. Ganz besonders ahnungslos ist aber Mrs. Hawkins, die seit jeher davon träumt, einen Grafen zu heiraten. Um ihn besser verführen zu können, veranstaltet sie einen Ball, bei dem Dracula eine reichhaltige Auswahl an blutjungen Damen vorfindet. Die hübsche Miss Mina findet er so bezaubernd, dass er sie gleich mitnimmt. Als der berühmte Vampirjäger Van Helsing eintrifft ist es schon fast zu spät ...